Die Woche, welche die Welt veränderte II/VI

Für den US-Präsidenten Nixon war es klar, dass die Volksrepublik China nicht für immer ausgeschlossen bleiben konnte und dass die angespannte Lage verbessert werden musste. Auch Chairman Mao sah die Sowjetunion als Hauptfeind und bevorzugte es, die Vereinigten Staaten auf seiner Seite zu haben, statt sie als Gegner bekämpfen zu müssen.

In den 1960er Jahren kame in den USA. sowohl auf bei den Demokraten, wie auch den Republikanern eine Bewegung auf, die eine Annäherung an die People’s Republic of China anstrebte. Nixon wollte die Spannungen zwischen Mao und der UDSSR nutzen, um endlich einen Keil zwischen die beiden Länder zu treiben und die Sowjetunion zu isolieren. Zudem hatte der US-Präsident im Wahlkampf versprochen, den Vietnamkrieg zu beenden. Dafür brauchte er die Unterstützung der Chinesen. Ausserdem sah er natürlich das wirtschaftliche Potenzial Chinas.

Die Annäherung – Motive und Überlegungen von Nixon und Mao

Mao musste zu Beginn seiner kommunistischen Bewegung mit der Sowjetunion paktieren, weil die Amerikaner damals niemals mit einem Kommunisten gemeinsame Sache gemacht hätten. Seine Vorliebe galt jedoch wohl schon immer den Vereinigten Staaten. Jetzt bot sich die Gelegenheit. Diese Annäherung gab dem Chairman auch Gelegenheit, den Sowjets einen Schuss vor den Bug zu setzen. Außerdem war die Taiwan-Frage für ihn von zentraler Bedeutung und dementsprechend war Mao sehr daran interessiert, darüber zu verhandeln. Zuletzt war auch die mögliche Abschaffung der Handelsblockaden von Wichitigkeit.

Beide Staatschefs mussten für diese Annäherungen ihre Komfortzone verlassen, Zugeständnisse machen und Kompromisse eingehen. Beide glaubten jedoch, dass es das Risiko wert sei, da «keine Einigung» auf Dauer die weitaus schlechtere Lösung war.

Der Weg zum Treffen zwischen Nixon und Mao war steinig

Im Februar 1969 schickte Nixon seinem Sicherheitsberater Henry Kissinger ein Memo mit der Aufgabe, unter strengster Geheimhaltung zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der People’s Republic of China (PRC) bestanden. Die Geheimhaltung war wichtig, denn «Tricky Dicky» wusste, dass die Demokraten und Republikaner ihn kreuzigen würden, wenn sie zu früh davon erführen.

Von diesem ersten Schritt bis zum Treffen mit Mao Zedong vergingen vier Jahre und es war notwendig, mannigfaltige Herausforderungen zu überwinden. Völlig unterschiedliche Werte und Ideologien trafen aufeinander, die Notwendigkeit einer grossen Geheimhaltung und das Fehlen direkter diplomatischer Kanäle machte das Unterfangen noch schwieriger. Der größte Teil der Kommunikation lief über den pakistanischen Präsidenten Yahya Khan. Ausserdem war immer möglich, dass der fragilr Gesundheitszustand des Vorsitzenden Mao einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Auch die US-Bombardierung von Kambodscha, einem Freund der Volksrepublik China, half nicht für die Annäherunhg.

Nixons erfolgreiche Reise nach China erforderte drei Treffen auf höchster Ebene. Die ersten beiden Treffen fanden zwischen Dr. Henry Kissinger und Zhou Enlai, dem chinesischen Ministerpräsidenten, statt. Um dem Kommuniqué, das Nixon und Mao unterzeichnen sollten, den letzten Schliff zu geben, schickte Kissinger seinen Stellvertreter zu einem dritten Treffen. Alles sollte vor Nixons Reise nach Peking in trockenen Tüchern sein. Das eigentliche Treffen zwischen Nixon, Mao und Zhou Enlai war dann zumindest inhaltlich nur noch eine Formsache. Was waren die wesentlichen Erfolgsfaktoren und was wurde schließlich im Rahmen des «Shanghai-Kommuniqués» vereinbart? Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag: «Die Woche, welche die Welt veränderte III/VI»

Weitere Blogposts dieser Serie
«Die Woche, welche die Welt veränderte I/VI»
«Die Woche, welche die Welt veränderte IV/VI»
«Die Woche, welche die Welt veränderte V/VI»
«Die Woche, welche die Welt veränderte VI/VI»

Unten finden Sie mein englisches Youtube Video zur Woche, welche die Welt veränderte

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