Begonnen hatte alles im Februar 1969 mit Nixon’s Memo an Henry Kissinger. Drei Jahre später war es soweit: Das Treffen auf höchster staatlicher Ebene zwischen China und den Vereinigten Staaten konnte stattfinden. Nixon schwebte auf Wolke Sieben.
Auf der Zielgeraden
Während Tricky Dicky’s Aufenthalt waren verschiedene Treffen mit Premier Zhou geplant. Ein Treffen mit dem Vorsitzenden Mao war aufgrund seines Gesundheitszustands nicht sichergestellt. Dies war jedoch nicht von großer Bedeutung für den Erfolg. Mao Zedong wurde über jedes Detail laufend informiert und genehmigte alles. Allerdings besserte sich kurzzeitig der Gesundheitszustand des Chairmans, und Nixon wurde zu ihm gebracht. Aus dem ursprünglich 15-minütigen Treffen wurde schließlich eine ganze Stunde.
Der Inhalt des zu unterzeichnenden Shanghaier Kommuniqués änderte sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr massgeblich. Lediglich die Diplomaten beider Seiten arbeiteten noch akribisch an der Formulierung. Es wurde um jedes Wort gerungen.
Was wurde im Februar 1972 anlässlich der China-Reise von Nixon vereinbart?
Die wichtigsten Punkte des Shanghaier Kommuniqués waren (Zitat):
«In Anbetracht dieser Grundsätze der internationalen Beziehungen erklärten beide Seiten, dass:
- Fortschritte bei der Normalisierung der Beziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten im Interesse aller Länder liegen
- Beide Seiten wünschen, die Gefahr eines internationalen militärischen Konflikts zu verringern
- Keine der beiden Seiten eine Hegemonie in der asiatisch-pazifischen Region anstreben sollte und beide Seiten sich den Bemühungen eines anderen Landes oder einer Gruppe von Ländern widersetzen, sollten diese eine solche Hegemonie zu errichten wollen.
Die US-Seite erklärte: Die Vereinigten Staaten erkennen an, dass alle Chinesen auf beiden Seiten der Strasse von Taiwan die Auffassung vertreten, dass es nur ein China gibt und dass Taiwan ein Teil von China ist. Die Regierung der Vereinigten Staaten stellt diese Position nicht in Frage. Sie bekräftigt ihr Interesse an einer friedlichen Lösung der Taiwan-Frage durch die Chinesen selbst. Mit dieser Perspektive vor Augen bekräftigt sie das abschliessende Ziel des Abzugs aller US-Streitkräfte und militärischen Einrichtungen aus Taiwan.» (Ende Zitat)
Die Zeilen dieser Blogostserie geben nur unzureichend die verschiedenen Facetten der wohl über 50-stündigen Gespräche wieder. Hoffentlich ist es dennoch gelungen, ein einigermassen klares Bild zu zeichnen. Nun bleibt die wichtige Frage, wo die Parallelen zur aktuellen Situation, zum heuigen US-China Konflikt liegen, wie wir aus der Vergangenheit lernen und wie wir dieses Wissen nutzen können, um einen möglichen katastrophalen Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China zu vermeiden. Einige Gedanken dazu finden Sie im nächsten Blogpost: «Die Woche, welche die Welt veränderte V/VI»
Weitere Blogposts dieser Serie
«Die Woche, welche die Welt veränderte I/VI»
«Die Woche, welche die Welt veränderte II/VI»
«Die Woche, welche die Welt veränderte III/VI»
«Die Woche, welche die Welt veränderte VI/VI»
Unten finden Sie mein englisches Youtube Video zur Woche, welche die Welt veränderte
